Herbert Grönemeyer – Mittendrin Akustisch 2026, Samstag, 07. Februar 2026 – Hannover, ZAG Arena – aka Herbert-Grönemeyer-Halle
Nach den ausverkauften Konzerten im September 2025 setzte Herbert Grönemeyer die erfolgreiche Konzertreihe „mittendrin – akustisch“ fort. Mit Band,
Nach den ausverkauften Konzerten im September 2025 setzte Herbert Grönemeyer die erfolgreiche Konzertreihe „mittendrin – akustisch“ fort. Mit Band, Chor und Orchester präsentierte er seine Songs im Rahmen einer eigens dafür konzipierten Bühnenshow in Hannover, gleichzeitig der Tourneeauftakt.
Leider gab es nur für die Printmedien eine Fotozulassung, weshalb der Bericht ohne jegliches Bildmaterial der Show auskommen muss. Die Gründe hierfür sind uns nicht bekannt.

Bei „mittendrin – akustisch“ handelt es sich trotz des Unplugged-Konzepts keineswegs um Konzerte der ausschließlich leisen Töne. Denn auf dem Programm stehen nicht zuletzt Rockklassiker wie „Alkohol“, „Männer“ und „Bochum“. Die Musiker spielten dabei auf einer speziell gestalteten Mittelbühne mitten in der Halle. Somit entstand eine besonders intime Atmosphäre, in der die neu arrangierten Songs aus über vier Jahrzehnten Grönemeyer eine einzigartige Stimmung erzeugten. Vor 12.500 Konzertbesuchern stand Grönemeyer mit seiner Band, Orchestermusikern und dem Chorensemble „Grenzenlos“ auf der Bühne der ausverkauften ZAG-Arena. Es war der erste Auftritt in dieser Konstellation, wird Herbert Grönemeyer doch nun von einem anderen Chor, als noch im letzte Jahr. In fast drei Stunden begeisterte er textsichere Fans mit einem Repertoire aus alles Jahrzehnten in einem neuen Unplugged-Arrangement.
Kurz nach 20 Uhr betrat Herbert Grönemeyer die Bühne unter tosendem Applause und feuerte das Publikum und sich an. Noch bevor der erste Ton gespielt wurde war die Stimmung fantastisch und strafte damit alle Spötter, die behaupten, dass die Norddeutschen eher zurückhaltend sind, Lügen. Und das sollte sich auch nicht ändern. Herberts Energie war unglaublich für einen fast 70-jährigen. Wie das Duracell-Häschen marschierte er permanent über die Bühne, immer im Kontakt mit den Zuschauern, nur unterbrochen wenn er ein Instrument spielen musste.
Nach dem zweiten Song kam die erste Ansprache. Er war etwas enttäuscht, das die Halle nicht schon längst nach ihm benannt wurde, da er sie ja vor ca. 26 Jahren zur Expo 2000 eingeweiht hatte. Was nicht ist, kann ja noch werden. Er bedankte sich für eine volle Halle zum Tourauftakt, was speziell in Hannover nicht immer der Fall, spielte er hier doch einst vor 10 zahlenden Zuschauern. Dass er bekannt sei für seine tolle Stimme und er überhaupt der Schönste sei, war eh klar und teilte damit herrlich selbstironisch seinen Kritikern eine klare Abfuhr.
Die Songauswahl ließ auch keine Wünsche übrig. Neue und alte Hits wechselten sich ab und mit „Unterwegs“ wurde sogar ein sogenannter Deep Cut gespielt. Bei „Männer“ griff Herbert zur Ukulele, die er seit seinem 4. Lebensjahr spielt, trotz Widerwillen der Familie, die seinem Talent damals eher skeptisch gegenüberstanden. Der erste Höhepunkt war aber sicher „Bochum“, bei dem Publikum stellenweise fast lauter als die PA war. Gänsehaut erzeugte dann der Klassiker „Flugzeuge im Bauch“, der vom Chor dynamisch getragen wurde und „Fall der Fälle“ war dann eine klare Kante gegen Rechts, was seitens des Publikums auch mit frenetischem Jubel begrüßt wurde.

Während des gesamten Auftritts kam nie Langeweile auf und man war überrascht, als nach knapp 3 Stunden die Show (schon) vorbei war. Auf Gimmicks auf der Bühne wurde verzichtet. Lediglich 3 Leinwände kamen hin und wieder zum Einsatz. Soundtechnisch hätte es allerdings etwas klarer sein können. Beeindruckend war aber die große Lust endlich wieder live zu spielen seitens der Band, des Orchesters und natürlich auch des Chors, was sich natürlich auch auf das Publikum übertrug. Mal schauen, ob das im nächsten Jahr, wenn Herbert dann wieder in den Stadien der Republik unterwegs sein wird, u.a. am 18. Juni in der Heinz von Heiden Arena in Hannover, auch so ist.
Setlist:
Unfassbarer Grund (a cappella with choir)
Das ist los
Sekundenglück
Flieg
Steigerlied (traditional) (cover)
Bochum
Deine Hand
Doppelherz / Iki Gönlüm
Glück
Herzhaft
Dort und hier
Flugzeuge im Bauch
Der Weg
Fall der Fälle
Turmhoch
Demo (Letzter Tag)
Alkohol
Mensch
Mein Lebensstrahlen
Zeit, dass sich was dreht
1. Zugabenteil:
Was soll das
Fang mich an
Unterwegs
Männer
2. Zugabenteil
Oh, wie ist das schön (traditional) (cover)
Kopf hoch, Tanzen
Mambo
Warum
Morgen
3. Zugabenteil
Neuer Tag
Halt mich
Immerfort
Der Mond ist aufgegangen (Matthias Claudius cover)
Fazit: Herbert Grönemeyer ist ein wahrer Meister seines Fachs, und dieser Auftritt bot ein rundum gelungenes musikalisches Erlebnis und brachte wieder nur das Beste seines musikalischen Schaffens nach Hannover. Alle Musiker und Fans waren in Höchstform. Ein starker Tourauftakt.
Bericht verfasst von Jens-Peter Topp.


