MORK – „Det svarte Juv“

MORK – „Det svarte Juv“

📁 Allgemein, Reviews 🕔12.Juli 2019
MORK – „Det svarte Juv“

MORK – „Det svarte Juv“

Label: Peaceville Records

Laufzeit: 50:44 min

VÖ: 19.04.2019

Genre: Grandioser Black Metal aus Norwegen, knurrig, packend, gut!

MORK, das Ein-Mann-Projekt von Thomas Eriksen, legt uns mit „Det svarte Juv“ den Nachfolger des superben 2017er „Eremittens Dal“ zu Füßen. Und was ist das wieder für ein großartiges Werk geworden!

MORK leben von Atmosphäre, von Gefühlen, von Herz, Seele und purer dunkler Leidenschaft. Diese entsteht – natürlich und bei Black Metal der alten Schule kaltheiß ersehnt – zunächst aus dem Sound. Der wirkt kalt und kontrolliert, die Riffs klirrend, knochig und ebenso wie das Schlagzeug rasiermesserscharf angespitzt. Dabei klingen gerade die Drums wenig aggressiv und treibend, sondern eher flach und extrem trocken. Das mag beim ersten Hören irgendwie kraftlos wirken, fügt sich aber irgendwie dann doch gut in das grimmige Gesamtbild ein. Und es ist vor allem ein grandioser Bass, der mit einem so stoischen wie eigenwilligen Spiel der Musik seinen Stempel aufdrückt. Ich kann mich an diesen packenden Linien einfach nicht satthören. Das ist einfach phänomenal. Herr Eriksen liefert auch gesanglich einen stimmigen Auftritt. Das knurrt böse, das knurrt knurrig, das knurrt trocken und unheilvoll. So genau muss das.

Dazu passend kommt Musik, die klar struktuiert, jederzeit nachvollziehbar und dabei dennoch nie abgedroschen wirkt. Nein, das strotzt vor Frische, vor Ideen, vor Selbstbewusstsein. Klar, das ist Black Metal in bester norwegischer Tradition, aber innerhalb des Genres tobt sich Herr Eriksen zwischen den Polen voller schwarzer Lust aus. Da gibt es brutalen Abriss mit „Mørkeleggelse“ und „I Flammens Favn“, die nicht nur von Blastbeat, sondern von einer unnachgiebigen vehemenz vorangetrieben werden. Das Zauberwort aber heißt Kontrolle. Die meisten Stücke marschieren in einem gemäßigten Tempo voran, glänzen dabei aber mit kraftvoller Strenge und einem unbarmherzigen Groove. „Da himmelen falt“, „På tvers av tidene“ und „Karantene“ sind manisch, magisch und mitreißend. Und da sind auch noch „Skarpretterens øks “ mit einer wunderbar melodischen Leadgitarre, die nur noch getoppt wird von der packenden Dramatik in „Siste reis“. Und zum Ende vereint das Titelstück noch einmal in einem feisten Midtempo und einer traurigen Melodie all das, was MORK ausmacht: Hingabe, Dunkelheit, Ehrlichkeit, Tradition, Leidenschaft. Und ja, auch Licht.

Fazit: Wer Black Metal so liebt, wie er einst für uns erschaffen wurde, der wird MORK lieben. Hier gibt es Musik, die Gefühle anspricht, erzeugt, in den Himmel hinauffliegen lässt. Hier gibt es Kälte und Simplizität, die in uns wohlige Wärme erzeugt. Ich kann nur laut rufen: Anhören! Und noch lauter: MORK, Danke!

Liederliste:

1. Mørkeleggelse (5:38)
2. Da himmelen falt (5:03)
3. På tvers av tidene (5:03)
4. Den utstøtte (4:11)
5. I flammens favn (5:09)
6. Skarpretterens øks (4:35)
7. Den kalde blodsvei (4:11)
8. Siste reis (5:39)
9. Karantene (5:31)
10. Det svarte juv (5:44)

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