GOATS OF PURGATORY – „Choir Of The Chimpanzees“ (EP)

GOATS OF PURGATORY – „Choir Of The Chimpanzees“ (EP)

📁 Allgemein, Reviews 🕔25.April 2019
GOATS OF PURGATORY – „Choir Of The Chimpanzees“ (EP)

GOATS OF PURGATORY – „Choir Of The Chimpanzees“ (EP)

Label: Eigenproduktion

Laufzeit: 11:54 min

VÖ: 01.02.2019

Genre: räudiger Rumpelmetal der allerbesten Sorte

GOATS OF PURGATORY sind die beiden Herren Pit Sörkel und Norbert L. Horn. Die kommen aus Köln und machen Metal. Und zwar einen der ganz räudigen, dreckigen, groben Sorte. Mit „Choir Of The Chimpanzees“ legen sie ihre zweite EP vor, und das vorab: Das ist purer Underground in seiner ganzen Einzigartigkeit. Schon der Titel ist grandios. Das ist obskur, schräg, krawallig. Das prügelt, rumpelt, schleppt und walzt sich gnadenlos in meinen Schädel. Hurra!

GOATS OF PURGATORY können vor allem eines: Riffs. Oh Mann, was sind das für geile Riffs! Eingängig. Brachial. Hart. Massiv. Die thronen fett in den Liedern wie ein mächtiger Bierschiss nach dem ersten Angrillen in diesem Frühjahr, machen sich breit und umarmen dich mit dem Liebreiz einer hungrigen Kettensäge. Und dazu gibt es in „Illuminate The Dark“ eine prägnante Melodielinie und im eröffnenden „Darkness Remains“ ein total krankes Solo, fies, schräg, einfach nur wunderschön. Genau so muss das. Das alles wird von einem stoisch hämmernden Schlagzeug vorangetrieben, das nicht nur gnadenlos groovt wie Sau, sondern auch mit einer famosen Beckenarbeit („Illuminate The Dark“) und ungewöhnlichen Takten („The Choir Of The Chimpanzees“)
überraschende Akzente zu setzen weiß. Dazu gesellt sich ein Gesang, der sich unbarmherzig auf das Riff schwingt, dort brutal festkrallt und mit einer faszinierend prägnanten Bestimmtheit und Strenge seine Botschaften dunkel rezitativ in die Welt hinaus bellt. Das ist wenig gefühlvoll, aber umso energetischer und zwingender.

GOATS OF PURGATORY machen aus all dem so simplen wie packenden Metal, der in seiner bollerigen und primitiven Konsequenz und Entschlossenheit all das atmet, was Metal ausmacht. Das treibt und wütet mal roh voran („Darkness Remains“), suhlt sich aber am liebsten in einem fetten Midtempo, tonnenschwer, berghoch, meterdick. Und im abschließenden Titelsong wird es mit sehr eigenwilligen Affenlauten auch noch schön obskur. Aber bei aller Liebe: Underground und Sound schließen sich nicht aus. Um es klar zu sagen: Die Snare ist eine Frechheit. Das ist handwerklich schlecht gemacht, vor allem aber nervt es gewaltig und wird der grandiosen Musik nicht gerecht. Das ist vor allem deshalb sehr ärgerlich, weil die beiden Herren auf dem 2017 erschienenen „Visions Of Bloody Masses“ eindrucksvoll bewiesen haben, dass sie es besser können.

Fazit: GOATS OF PURGATORY hauen uns mit „Choir Of The Chimpanzees“ verdammt großartigen Metal um die Ohren. Das ist schmutzstarrend, ungehobelt und roh. Das ist ehrlich und authentisch und atmet zu jeder Sekunde die Liebe, Leidenschaft und Hingabe zu harter Musik. Und das alles macht vor allem Spaß! Wer solch großartige Bands wie Toxic Holocaust, Midnight und Deströyer 666 liebt, der wird auch GOATS OF PURGATORY in sein großes Herz schließen. Und jetzt: Ich will ein verdammtes Album! Das ist ein Befehl!

Liederliste:

1. Darkness Remains (2:25)
2. Illuminate The Dark (3:17)
3. Diabolical Overkill (3:35)
4. The Choir Of The Chimpanzees (2:37)

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