Allgemein Live Musik

LIFE OF AGONY, DOYLE „S.O.S. World Tour“ – Hannover, Musikzentrum 06.11.2019

LIFE OF AGONY  & DOYLE „S.O.S. World Tour“ + (lokale Bandwettberwerbgewinner als Opener) Crossbar Hannover, MusikZentrum 06. November 2019

LIFE OF AGONY, DOYLE „S.O.S. World Tour“ – Hannover, Musikzentrum 06.11.2019

LIFE OF AGONY  & DOYLE „S.O.S. World Tour“
+ (lokale Bandwettberwerbgewinner als Opener) Crossbar
Hannover, MusikZentrum
06. November 2019

Life of Agony gastieren in Hannover und als Support eine Misfits-Legende wie Doyle! Passt das zusammen?! Und wie!
Publikum: durchaus bunt gemischt, vom „Punk“-Fan über den Alternative-Metal bis hin zum HardCore/Metal-Fan alles dabei gewesen – und einige sahen zumindest äußerlich so aus, als ob sie nicht genau wüssten, was es an dem Abend im Musikzentrum geben würde. Aber nun, denn auch wenn es längst nicht ausverkauft war, so war der Club gut gefüllt. Doch das trübte die Stimmung nicht im Geringsten. Auch als die Gewinner des „Support-Act-Wettbewerbs“ den Abend eröffnen durften. Denn hier waren gerade mal um die 5 bis 10 Personen in der Halle, als CROSSBAR angefangen hatten. Sichtlich und spielerisch merke man ihnen an, dass sie nicht so lange in der Szene unterwegs sind. Auch wenn die Bühne nicht viel Platz bot, so hatte dieser Auftritt nichts mit einem Metal-Rock-Auftritt zu tun. Zu verhalten, zu aufgeregt und angespannt wirkten die Jungs, sowohl in der Spielweise, dem Wirken usw. Aber jeder hat nun mal klein angefangen und so eine Gelegenheit bekommt man ja auch nicht oft. Daher coole Aktion von „Life of Doyle“, die für jede Stadt, in der sie auf der Tour auftreten, einen Support-Wettbewerb veranlasst hatten, um so den jungen, lokalen Bands eine Chance für 30 Minuten zu geben, sich ihren Fans vorzustellen.

Die Band DOYLE lebt von dem Mythos des Jerry Only-Bruders (Misfits-Mitbegründer) Doyle Wolfgang von Frankenstein, schließlich war er ja auch Anfang der 1980er selbst als Teenager bei der Kultband um Glenn Danzig eingestiegen. Entsprechend gespannt war man auf den Auftritt seiner Solopfaden, weil man ja heute auch weiß, dass es bereits neue Misfits-Songs-Auftritte mit Glenn, Jerry und Doyle in den USA gegeben hat. Doch, wer auf einen Coversong (etliche Misfits-Shirts im Publikum) gewartet haben mag, der wurde enttäuscht. Die Soloalben „Abominator“ und „Doyle II“ waren allgegenwärtig. Kontorollierter Chaos-Alternative-Metal-Punk, den man eben zu würdigen weiß, wenn man diesen Gitarristen aus nächster Nähe zu Gesicht bekommt. Allein seine Präsenz als „Frankenstein“ ist schon cool, wenn dann noch die verzerrten Gitarrensounds dazukommen und obendrein druckvoller Bass, heftige Drums und ein Gesang, wie er eben beim chaotischen 80er-Punk sein muss, dann ist doch die Welt für eine gute halbe Stunde in Ordnung bzw. in der Anarchie. Da störte es einzig wohl nur Doyle selbst, dass bestimmte Kabel aus dem Pedalboard immer wieder ausgefallen waren.
Rasant, chaotisch und jeder Song, ich zitiere: „…ist ein Liebessong, dem man abtanzen darf“! Nicht mehr und nicht weniger. Doch Doyle durfte sich nach seiner Show nicht abschminken oder umziehen. Er hatte noch einen Gastauftritt mit Life Of Agony vor sich.

Setlist DOYLE:
(Titel/Album) – Abominator / Abominator; Beast Like Me / Doyle II: As We Die; Headhunter / Abominator; Cemetarysexxx / Abominator; Witchcraft / Doyle II: As We Die; We Belong Dead / Doyle II: As We Die; Kiss Me As We Die / Doyle II: As We Die; Dreamingdeadgirls / Abominator; Hope Hell Is Warm / Abominator.

Mina und Co. haben für nämlich für gut 90 Minuten den Laden gerockt – und nebenbei bemerkt ihr neues Album gut in Szene setzen können. Zwar gab es bloß fünf „Scars“-Songs zu hören und das Publikum musste erst warm werden, um mit denen klarzukommen, aber spätestens mit „Eliminate“ wurde klargestellt, dass die Band mal wieder richtig abgeht. Und mit dem, nach Minas-Aussage besten Song ihrer Karriere. „Lay Down“ gab es überhaupt keinen Zweifel mehr – was für ein Brecher, wie in den guten alten Zeiten. Und ja, es erscheint eher traurig, wenn eine Band nach so vielen Jahren und facettenreichen Songs, immer noch „eher“ an ihren drei ersten Alben gemessen wird und daher die Setlist überwiegend aus „River Runs Red“ besteht. Aber die Songs zündeten auch an diesem Abend extrem gut. Auch „Other Side of the River” wurde sehr gut angenommen und das nicht nur, weil Doyle mit seiner Gitarre hammerhart-auf die Saiten-hauend aushalf. Life Of Agony sind stolz diesen Typen und die Band mit auf Tour zu haben, wie Mina berichtete. Schließlich war es eins der ersten Alben „Earth A.D.“, die sie sich (bzw. Keith) damals, zugelegt hatte. Und nach diesem Song hatte sich Mina auch nicht nehmen lassen eine Ansprache darüber zu halten, dass wir, die Fans endlich mal Musik wieder würdigen und kaufen sollen. Streaminngdienste nicht zu unterstützen und die Kunst eben wertschätzen sollten. Niemand solle dazu gezwungen werden es so zu tun oder denken, dass es Bands wie Life Of Agony nötig haben, aber man solle doch in sich gehen und wirklich darüber nachdenken, was die Musik als solche eben ausmache. Schließlich hat Mina selbst keinen einzigen Musiktrack auf ihrem Handy, das ist Verrat an der Musik-Kunst. Musik solle man genießen, sich Zeit nehmen und auch so wie an diesem Tag live erleben. Wo sie nun recht hat, hat sie recht. Aber etwas schade war es dann doch, dass es gerade von ihnen nun zwei Shirts zur Auswahl am Merchstand gab, keine CDs, Vinyl oder Gimmicks, dafür hatte jedoch Doyle die komplette Ami-$-Keule ausgefahren und neben typischen Shirts, Pullover, CDs oder Aufnähern auch noch Dosenhalter, Aufkleber, Magneten, Schlüsselanhänger, Feuerzeuge, Pins, Megaaufnäher, Schweißbänder und Damenslips anzubieten.
Auch diese Life Of Agony-Liveshow hatte überzeugt, obwohl es keinen einzigen Song vom „A Place Where There’s No More Pain“ und „Broken Valley“ gegeben hat. Ob hüpfend, schreiend oder im Circle-Pit-untergehend wurde das Set obligatorische mit dem Megahit „Through and Through“ beendet.
Auf ein Wiedersehen in Hannover: Life of Agony!

Setlist LIFE OF AGONY:
-21:30 bis 23:00-
(Titel/Album)
– Intro
Scars / The Sound of Scars
River Runs Red / River Runs Red
Bad Seed / River Runs Red
Love to Let You Down / “?”
Black Heart / The Sound of Scars
Weeds / Soul Searching Sun
Damned If I Do / Ugly
Lost at 22 / Ugly
Eliminate / The Sound of Scars
My Mind Is Dangerous / Soul Searching Sun
My Eyes / River Runs Red
Empty Hole / The Sound of Scars
Method of Groove / River Runs Red
Lay Down / The Sound of Scars
This Time / River Runs Red
Zugabe:
Other Side of the River (mit Doyle) / Ugly
Underground / River Runs Red
Through and Through / River Runs Red

 

…die weiteren Bilder des Abends gibt es in der Galerie:

https://www.metalglory.com/gallery/life-agony-doyle-hannover-musikzentrum-06-11-2019/