TURNSTILE – „Time & Space“

TURNSTILE – „Time & Space“

📁 Reviews 🕔26.Februar 2018
TURNSTILE – „Time & Space“

TURNSTILE – „Time & Space“

Label: Roadrunner / Warner

Laufzeit: 25:21 min

VÖ: 23.02.2018

Genre: Hardcore Punkrock

 

Seit ihrem Debüt „Nonstop Feeling“ von 2015 gelten TURNSTILE ja als die jugendlich frischen Heilsbringer in der Harcore-Punk-Arena. Und selten waren drei Jahre so lang und quälend wie hier, passiert doch in drei juvenilen Jahren soviel wie in manchen gesamten weltlichen Altehherenexistenzen. Und endlich ist das große Geheimnis gelüftet – und „Time & Space“ wird auf die hungrige und zähnefletschende Meute der Hardcorewelpen losgelassen. Und was soll ich sagen, das Album ist ein Paradoxon par excellence: so zerrissen wie kompakt, so wild wie durchdacht, so jugendlich wie reif, so hektisch wie groovig, so traditionell wie modern, so innovativ wie konservativ.

Das ist moderne Musik, die den Hardcore atomisiert und aus den kleinsten Splittern mit etwas Rock und Punk und Groove neu zusammen klebt. Aber keine Angst, der Hardcore kommt nicht zu kurz. Die Songs sind knackig, kompakt, und kommen ohne große Umschweife schnell auf den Punkt. Und es gibt sie selbstverständlich, die schnellen Brecher („Big Smile“, „High Pressure“, „Come Back Fo More“), angereichert mit allerlei Gimmicks wie Singalongs, Synthieeruptionen, knackig kurzen Soli und überraschenden Breaks und Tempowechseln. Und dann gibt es diese fies massiven Gebirgsbrocken, die einem aus großer Höhe mit ihrem schweren Groove auf den Schädel prallen und gnadenlos mitreißend zerschmettern („Can’t Get Away“, „Generator“, „I Don’t Wanna Be Blind“). Und dann ist da „Moon“, so ein Song, in dem alles auf Gegenteil getrimmt ist: Klargesang, rockig, Midtempo, fast entspannt. Das ist anders, aber anders wunderbar. Referenzen gefällig? Moderne Fefused. Noch Fragen?

Auch musikalisch ist alles im Lot. Schlagzeug und Bass agieren sehr songdienlich und liefern den roten Teppich für fette Riffs und sich überschlagenden Krawall. Sänger Brendan Yates holt wieder alles aus seiner Lunge raus und klotzt mit seinem aggressiven und wirklich angepissten Schreigesang. Der Sound lässt all diesen verschiedenen Facetten viel Raum und ist nicht auf reine Aggressivität und brutale Gewalt gebürstet. Die Musik kann sich vielmehr entfalten, alles wirkt transparent, weit und raumgreifend, selbst in schwer groovenden Parts bleibt stets ausreichend Luft zum Atmen.

Fazit: TURNSTILE machen alles richtig. Sie reiten auf ihrer Welle „Time & Space“ unaufhaltsam durch den Kosmos von Hardcore und Punk. Und ich wette, es wird nicht mehr lange dauern, da werden sie in ihr ganz eigenes gewaltiges TURNSTILE-Universum eintauchen. Noch Fragen?

 

Tracklist

1. Real Thing (1:57)
2. Big Smile (1:30)
3. Generator (3:15)
4. Bomb (0:26)
5. I Don’t Wanna Be Blind (2:05)
6. High Pressure (1:57)
7. (Lost Another) Piece Of My World (1:52)
8. Can’t Get Away (3:03)
9. Moon (1:54)
10. Come Back For More (2:56)
11. Right To Be (2:06)
12. Disco (0:47)
13. Time & Space (1:41)

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