Live Review: APRIL ART (DE), 03-02-2018, FFM / Das Bett (METAL FORGE FESTIVAL)

Live Review: APRIL ART (DE), 03-02-2018, FFM / Das Bett (METAL FORGE FESTIVAL)

📁 Allgemein, Live, Musik, Reviews 🕔21.Februar 2018
Live Review: APRIL ART (DE), 03-02-2018, FFM / Das Bett (METAL FORGE FESTIVAL)

Das Frankfurter Metal Forge Festival ging 2018 zum 2. Mal in die Runde und präsentiert grob-lokale, hochklassige Bands aus dem Metalbereich für wenig Geld. Mehr als 5 Stunden motivierte und intensive Livemusik, zu der sich an dem Abend eine ansehnliche Zahl an Besucher eingefunden hat um CERTAIN SKIES, FIRESTORM, SINDUSTRY, APRIL ART & REVOLUTION EVE live & laut on stage zu erleben. Beziehungsweise fielen REVOLUTION EVE krankheitsbedingt aus, konnten aber Dank PRECIPITATION durchaus würdig vertreten werden. Ich hatte meinen Schwerpunkt an dem Abend hauptsächlich auf APRIL ART gelegt, einer 4-köpfigen Band aus Gießen die sich dem Alternative Rock / Crossover verschrieben hat und nicht nur durch Sängerin Lisa hervorsticht.

Gegründet 2014 und zig-Gigs-erprobt, wird derzeit intensiv am Debüt gewerkelt. Vergleiche zu den GUANO APES sind nicht ganz von der Hand zu weisen und die Band weiß auch damit umzugehen doch wird beim genauen Hinhören schon klar, dass APRIL ART anders sind. Lisa singt irgendwie befreiter als Sandra Nasic und verzichtet dabei auch auf Core-lastige Töne ohne dabei an Intensität und Eindringlichkeit zu verlieren. Die typischen GUANO APES Merkmale verschwinden, wenn man sich mit den Song auseinandersetzt und mal direkt vergleicht. Die Hessen erfinden natürlich auch das Rad nicht neu, aber verstehen es, das Genre erfrischend zu beleben und zu bereichern! Natürlich gab es auch hier diverse Ritte auf dem Bandkarussell doch in der jetzigen Konstellation scheint die Band sehr glücklich zu sein und gut zu funktionieren. Wie gut, haben mir Lisa, Nico, Chris & Ben dann auch gleich mal auf der Bühne demonstriert.

Nachdem alle Einstellungen an den Verstärkern, Mikros, etc., gefunden wurden, legten APRIL ART mit den Songs „Scream“ & „From The Inside“ los und hatten das zuerst leicht zurückhaltende, aber doch sehr neugierige Publikum sehr schnell und sympathisch auf ganz eigene Art mit ins Boot geholt, bzw. auch bei der Performance eingebunden, dazu etwas später. Sehr diszipliniert und auch abgebrüht, zog die Band eine Rockshow durch, bei der die mir bekannten Songs noch einen Tick härter, rockender bis metallisch klangen und das Stage-Acting sehr professionell anzusehen war. Luft nach oben ist natürlich immer und dessen ist sich die Band auch bewußt. Das macht die Dame und die 3 Herren nur noch sympathischer. APRIL ART haben in Ihren Songs Solos verbaut, die den Flow unterstützen und nicht als nötiges Beiwerk gesehen werden, wie es leider oft im Modern Rock / Metalbereich der Fall ist. Gitarrist Chris weiß genau, wie man sich als Gitarrist einer Rockband zu bewegen hat und Bassmann Nico lässt den Groove mit sich alles machen, lässt seinen Bewegungsdrang freien Lauf, ohne dabei übertrieben stundenlang an die Decke springen zu müssen. Motiviert und auch motivierend hat Frontdame Lisa das Publikum ziemlich schnell um den Finger gewickelt und ließ jede Aufforderung zur Pommesgabel oder Armgeschwinge problemlos gelingen, ohne dabei mit der Stimme zu verrutschen oder peinlich bis albern zu wirken. Die Setlist verrät mir, dass gerade die Songs „Lift Me Up“ und „Jealousy“ verrockt werden, während das Publikum zu dem Vierer immer steiler geht! Auch ein wichtiger Punkt: die Band kommt mit den Songs sehr direkt auf den Punkt. Keine Spielereien mit Breaks, o.ä., purer Heavy Rock im Geiste der 90er Crossover Bewegung, im Alternative-Becken freischwimmend von Vergleichen jeder Art und das merkt man an der Intensität die APRIL ART live versprüht. Mit dem darauffolgenden „Desire And Yearning“ hat die Band einen Song im Gepäck der sich ohrwurmartig im Gehörgebälk verbeißt und ´ne Menge Airplay-Potenzial besitzt. Sehr kraftvolle Halbballade in der sich der Titel auch 1:1 in der Musik spiegelt und den passenden Score zu den Lyrics bietet. „Decode“ & „You Want It All“ lassen die 4 auf der Bühne gemeinsam eskalieren, bevor Ben zum hörens- und sehenswerten Drumsolo ausholt und seinen Kollegen eine kleine Verschnaufspause gönnt. Danach bietet „You Remind Me“ den wohl einerseits ehesten Vergleich zu den Guanos, andererseits aber auch genauso nicht. Hinhören aber Achtung: explosiv! Nach 2 weiteren schweißtreibenden Songs war das kleine Rockfeuerwerk namens APRIL ART vorbei und das Publikum bedankte sich mit Ovations und Zugabe-Rufen. Übrigens: es gibt außer Mosh & Circle Pits auch Kuschel- & Schunkel-Walls…gesehen bei APRIL ART!

Fazit: Wir werden in Zukunft nicht an APRIL ART vorbeikommen. Wenn der Vierer weiterhin so hart wie bis jetzt arbeitet, habe ich auf dem Metal Forge Festival nicht nur mit SINDUSTRY & DECAPITATION den Nachwuchs gesehen! Verdient haben es sich die sympathischen Musiker denn Einstellung, Attitüde und Songwriting haben nahezu professionelle Qualität. Unbedingt anchecken!!!

APRIL ART sind:

Lisa – Vocals

Chris – Guitar

Nico – Bass

Ben – Drums

Live-Gallery: https://www.metalglory.com/gallery/april-art-metal-forge-festival-ffm-das-bett-03-02-2018/

Interview: FOLGT UMGEHEND!

Internet:

FB – https://www.facebook.com/aprilartband/

HP – https://www.aprilart.de/

Youtube:

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen

Ähnliche Artikel

Wilko Johnson (GB) – Blow Your Mind

Wilko Johnson (GB) – Blow Your Mind

“Ich sollte eigentlich tot sein“’ 2012 wurde bei der aus dem englischen Canvey Island stammenden Gitarrenlegende Wilko Johnson von der

Weiterlesen